Ökumenischer Rat der Kirchen
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28. Juli 2004
Gastfreundschaft: Hilfe zum Umgang mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts
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Das christliche Konzept der Gastfreundschaft könne der ökumenischen Bewegung eine Hilfe sein, den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sensibel und kreativ zu begegnen - ähnlich, wie die ökumenische Bewegung bereits im vergangenen Jahrhundert auf die grössten Krisen der Welt reagiert habe, sagte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Pfr. Dr. Samuel Kobia, vor dem Plenum der ÖRK-Kommission für Glauben und Kirchenverfassung.
Dieses Konzept der Gastfreundschaft, das oft vernachlässigt würde, gründe sich auf die Zuwendung Jesu Christi zu den Armen, den Ausgestossenen und den Sündern und stelle heute eine Herausforderung sowohl für die Kirche als auch für die Welt dar.
Die Kirchen seien zur Reue darüber aufgefordert, dass sie "die grenzenlose Gnade Gottes innerhalb der engen Grenzen von Dogma und Tradition wahrnehmen und darstellen", während die Welt Antworten finden müsse auf die beherrschenden ökonomischen und politischen Systeme, die "die Ressourcen dieser Welt einigen Privilegierten auf Kosten anderer Menschen vorbehalten", sagte der Generalsekretär heute bei seiner Eröffnungsrede vor dem Plenum der ÖRK-Kommission für Glauben und Kirchenverfassung, das sich vom 28. Juli bis 6. August 2004 in Kuala Lumpur (Malaysia) trifft. Das Treffen steht unter dem Thema "Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob" (Römer 15,7).
Nahezu 100 Kommissionsmitglieder - Theolog/innen aus nahezu jeder Kirchenfamilie und aus allen Regionen der Welt - nehmen gemeinsam mit etwa 30 Beobachter/innen, Gästen, jungen Theologen und Vertreter/innen lokaler Kirchen an dem Treffen teil. Ihr Einsatz für die christliche Einheit trotz geschehener Spaltungen sei ein "Wunder" und "ein Zeichen für das Wirken von Gottes Geist in unserer Mitte", so Kobia.
Einheit gehöre notwendig zum Wesen der Kirche. Die Suche nach Einheit müsse sich daher auf "auf alle (…) Bereiche, in denen die Kirche in der Welt heute tätig ist und Zeugnis ablegt", auswirken. Dass die Kommission auf diesem Punkt beharre, sei "der Kern des Beitrags der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung zum Ökumenischen Rat der Kirchen insgesamt", betonte Kobia. Umgekehrt müsse sich jedoch das Streben nach Einheit "von allen Aspekten (des kirchlichen) Lebens, Zeugnisses und Dienstes (…) leiten und beeinflussen lassen", setzte er hinzu.
Der ÖRK-Generalsekretär unterstrich zudem die Bedeutung christlicher Gastfreundschaft für das Thema des religiösen Pluralismus. "Gibt es Grenzen dafür, wie weit wir einander annehmen?", fragte er und betonte gleichzeitig, dass es sich bei dieser Frage um ein komplexes und heikles Thema handele, mit dem glaubwürdig umgegangen werden müsse.
Kobia sprach zudem von der "Notwendigkeit", in einem "ehrlichen und kreativen Prozess" den Bericht der Sonderkommission zur orthodoxen Mitarbeit im ÖRK "entgegenzunehmen" und im Sinne des Themas "anzunehmen". Indem er "grundlegende ekklesiologische Fragen auf den Punkt bringt", könne der Bericht als "Bestätigung wie als Infragestellung" der Arbeit von Glauben und Kirchenverfassung gelesen werden. Zugleich aber ist er eine Ermutigung, indem er bestätigt, dass "die Frage der Einheit den Kern unserer Gemeinschaft" im Ökumenischen Rat der Kirchen bilde.
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Der Ökumenische Rat der Kirchen fördert die Einheit der Christen im Glauben, Zeugnis und Dienst für eine gerechte und friedliche Welt. 1948 als ökumenische Gemeinschaft von Kirchen gegründet, gehören dem ÖRK heute mehr als 349 protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen an, die zusammen über 560 Millionen Christen in mehr als 110 Ländern repräsentieren. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche. Der Generalsekretär des ÖRK ist Pfr. Dr. Samuel Kobia, von der Methodistischen Kirche in Kenia. Hauptsitz: Genf, Schweiz.