Ökumenischer Rat der Kirchen - Nachrichten
Kontakt: + 41 22 791 6153 +41 79 507 6363 media@wcc-coe.org


Zur Veröffentlichung frei: 17. Juni 2005


Erster offizieller Besuch des ÖRK-Generalsekretärs bei der Russischen Orthodoxen Kirche

Eine ökumenische Delegation unter Leitung von Pastor Dr. Samuel Kobia besucht vom 18.-24. Juni die größte Mitgliedskirche des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Im Mittelpunkt steht die gegenwärtige Wiederbelebung der Russischen Orthodoxen Kirche und ihre Beziehungen zum Weltkirchenrat. Für den ÖRK-Generalsekretär ist dies der erste offizielle Besuch in Moskau seit seinem Amtsantritt im Januar 2004.

Kobia trifft sich mit dem russisch-orthodoxen Patriarchen Alexis II. von Moskau und ganz Russland sowie mit Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad, dem Vorsitzenden der Abteilung für kirchliche Außenbeziehungen, um mit ihnen über die Beziehungen zwischen der Russischen Orthodoxen Kirche und dem Weltkirchenrat - insbesondere vor dem Hintergrund der Arbeit einer Sonderkommission zur orthodoxen Mitarbeit im Ökumenischen Rat der Kirchen - zu sprechen.

Die Russische Orthodoxe Kirche war 1998 maßgeblich an der Einrichtung der Sonderkommission beteiligt, die als Reaktion auf die anhaltende Kritik einiger orthodoxer Mitgliedskirchen am Weltkirchenrat geschaffen wurde. Gegenwärtig gehört die Russische Orthodoxe Kirche dem Ausschuss an, der die Umsetzung der Empfehlungen begleitet, die 2002 von der Kommission zur Neuausrichtung der Prioritäten und Arbeitsmethoden des Weltkirchenrates vorgelegt wurden. Kobia nahm im Juni 2004 in Minsk, Weißrussland, an der jüngsten Tagung des Koordinierungsausschusses teil.

Die ÖRK-Delegation trifft auch mit dem Minister für Kultur und Kommunikation, Dr. Alexander Sokolov, der Vorsitzender einer staatlichen Kommission für die Belange religiöser Gemeinschaften ist, und mit der ersten stellvertretenden Präsidentin des russischen Parlaments (Duma), Liubov Sliska, zusammen.

Außerdem stehen auf dem Programm Besuche einiger der wichtigsten geistlichen, sozialen und pädagogischen Zentren, die sich seit dem Ende der Sowjetunion in der Russischen Orthodoxen Kirche entwickelt haben. Dazu gehören das St. Sergius-Kloster zur Heiligen Trinität, die orthodoxe St. Tikhons-Universität und die St. Dimitri-Schwesterschaft, die medizinische und soziale Projekte in Moskau leitet.

Die Delegation wird der Butovo-Gedenkstätte außerhalb von Moskau einen Besuch abstatten, um der vielen tausend Menschen zu gedenken, die dort während der stalinistischen Säuberungsaktionen in den 1930er Jahren erschossen wurden. Unter ihnen waren zahlreiche christliche Geistliche und Ordensleute.

Erzbischof Nifon von Targoviste (Rumänische Orthodoxe Kirche), Dr. Mary Tanner (Kirche von England) und Dr. Robert K. Welsh (Christliche Kirche - Jünger Christi, USA) sowie der stellvertretende ÖRK-Generalsekretär, Georges Lemopoulos, werden Kobia auf dieser
Reise begleiten.

> Programm

Sonntag, 19. Juni: Teilnahme an der Göttlichen Liturgie in Moskau
Besuch der Butovo-Gedenkstätte

Montag, 20. Juni: Besuch im Kreml
Gespräch mit der ersten stellvertretenden Präsidentin der russischen Duma, Liubov Sliska
Besuch der karitativen Schwesternschaft St. Dimitri

Dienstag, 21. Juni: Gespräch mit Patriarch Alexis II. von Moskau und ganz Russland
Gespräch mit Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad
Gespräch mit Mitarbeiter/innen der Abteilung für kirchliche Außenbeziehungen sowie mit Vertreter/innen anderer christlicher Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen

Mittwoch, 22. Juni: Gespräch mit dem Minister für Kultur und Kommunikation, Dr. Alexander Sokolov
Besuch im St. Sergius-Kloster zur Heiligen Trinität und der Moskauer Theologischen Akademie

Donnerstag, 23. Juni: Begegnung mit Mitarbeitern der Abteilung für kirchliche Außenbeziehungen der Russischen Orthodoxen Kirche
Pressekonferenz in der Presseagentur Interfax (siehe unten)
Begegnungen mit Mitarbeiter/innenn und Studierenden der Orthodoxen St. Tikhons-Universität

Die Russische Orthodoxe Kirche ist seit 1961 Mitglied des Weltkirchenrat und entsendet gegenwärtig vier Vertreter/innen in den 150 Mitglieder zählenden ÖRK-Zentralausschuss. Der frühere ÖRK-Generalsekretär, Pastor Dr. Konrad Raiser, stattete der Russischen Orthodoxen Kirche 1998 und 2003 ausgedehnte Besuche ab.

In der Presseagentur Interfax in Moskau wird am Donnerstag,23. Juni 2005, um 15 Uhr eine Pressekonferenz mit dem ÖRK-Generalsekretär und Delegationsmitgliedern stattfinden.

Medienkontakt vor Ort: Kommunikationsdienst der Abteilung für kirchliche Außenbeziehungen der Russischen Orthodoxen Kirche: Tel: +7 095 2302439

Medienkontakt in Genf : Alexander Belopopsky, +41-79-455-9080

Weitere Informationen: Juan Michel,+41 22 791 6153 +41 79 507 6363 media@wcc-coe.org


Der Ökumenische Rat der Kirchen fördert die Einheit der Christen im Glauben, Zeugnis und Dienst für eine gerechte und friedliche Welt. 1948 als ökumenische Gemeinschaft von Kirchen gegründet, gehören dem ÖRK heute mehr als 349 protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen an, die zusammen über 560 Millionen Christen in mehr als 110 Ländern repräsentieren. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche. Der Generalsekretär des ÖRK ist Pfarrer Dr. Olav Fykse Tveit, von der (lutherischen) Kirche von Norwegen. Hauptsitz: Genf, Schweiz.