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Zur Veröffentlichung frei: 8. November 2007


"Lasst uns Risiken eingehen", appelliert Kobia beim Globalen Christlichen Forum

"Einige hätten diese Veranstaltung nicht für möglich gehalten, aber hier sind wir - und die Welt fragt, was als Nächstes kommt", sagte ÖRK-Generalsekretär Pfarrer Dr. Samuel Kobia bei der Eröffnung des Globalen Christlichen Forums, das vom 6.-9. November in Limuru bei Nairobi (Kenia) stattfindet.

In seiner Ansprache vor einem voll besetzten Saal mit rund 240 hochrangigen Vertretern und Vertreterinnen protestantischer, anglikanischer, orthodoxer, katholischer, evangelikaler, Pfingst- und anderer Kirchen aus aller Welt wies Kobia auf die "bisher unerreichte ökumenische Breite" der Veranstaltung hin und forderte die Teilnehmenden auf, sich auf Risiken einzulassen.

Das Forum, das viele als die bislang am breitesten gefächerte globale Zusammenkunft christlicher Traditionen bezeichnen, hat das erklärte Ziel, einen offenen Raum für christliche Kirchen und zwischenkirchliche Organisationen zu schaffen. So soll es den gegenseitigen Respekt fördern und gemeinsame Herausforderungen aufgreifen. Gut die Hälfte der Teilnehmenden in Limuru kommen aus evangelikalen pfingstkirchlichen Traditionslinien.

"Ich bin überwältigt, diese Versammlung könnte als ein neues Pfingstereignis beschrieben werden", sagt Pfarrer Dr. Cecil 'Mel' Robeck, ein Geistlicher der 'Versammlungen Gottes' aus den USA und Mitglied des Fortsetzungsausschusses des Globalen Christlichen Forums.

Worum es heute geht, ist, dass wir "über unsere Besonderheiten und Unterschiede, unsere Spaltungen und Konflikte, unser Misstrauen und alle Ängste, die uns trennen und uns gegeneinander aufbringen," hinausblicken, erklärt Kanonikus Peter Karanja, Generalsekretär des Nationalrates der Kirchen von Kenia, in seinen Betrachtungen zum Eröffnungsgottesdienst.

"Ich hoffe, dass wir es wagen zusammenzuarbeiten" und "neue Beziehungen untereinander und zwischen unseren Kirchen aufzubauen", damit "die christliche Einheit über die Interessen der einzelnen Institutionen hinaus gestärkt wird", sagte Kobia.

Im Einklang mit Methode und Stil des Forums sprach Kobia in einem persönlichen Zeugnis von seiner eigenen Glaubensreise, die er als Christ der zweiten Generation im ländlichen Kenia begann und in deren Verlauf er ein wachsendes ökumenisches Bewusstsein entwickelte.

"Nur wenn wir Grenzen zwischen uns abbauen, wenn wir aufeinander zugehen und uns mit unseren Vorurteilen auseinandersetzen, können wir einander wirklich besser verstehen", sagte er.

"Auf Basisebene gibt bereits viele Beispiele für Zusammenarbeit über Grenzen hinweg, in der Fürsprachearbeit, in der Bekämpfung von HIV und AIDS wie auch im Blick auf andere Herausforderungen der heutigen Zeit", versicherte Pfarrerin Dr. Judy Mbugua, Teamleiterin der Vereinigung evangelikaler Gemeinschaften in Afrika, die die Teilnehmenden zu der Veranstaltung, die sie als "einzigartig" bezeichnete, willkommen hieß.

Laut Pfarrer Dr. Mvume Dandala, der die Teilnehmenden seinerseits als Generalsekretär der Gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz begrüßte, "ist es von grundlegender Bedeutung, Zeichen der Einheit in der Vielfalt zu setzen, wenn die Christen dazu beitragen wollen, die Brüche auf dem afrikanischen Kontinent zu heilen".

Robeck informierte die Teilnehmenden über die Geschichte des Forums, das auf eine Idee des früheren ÖRK-Generalsekretärs Pfarrer Dr. Konrad Raiser zurückgeht. Er erklärte, dass das Forum von keiner Organisation abhängig sei, dem ÖRK jedoch Dankbarkeit dafür gebühre, dass er zur Schaffung dieses neuen Raums beigetragen habe, der "keine der bestehenden Organisationen ersetzen soll".

P. Jan Lenssen vom Sekretariat für Ökumene der Katholischen Bischofskonferenz von Kenia leitete die Versammlung im Gebet und betete dafür, dass die Anwesenden eine "Umkehr der Herzen" erfahren mögen und "sich einem freimütigen Dialog öffnen, aus dem Wunsch heraus, in Gemeinschaft miteinander zu treten".

Der griechisch-orthodoxe Metropolit von Kenia Makarios betete, der Heilige Geist möge den Teilnehmenden "Demut schenken", damit sie verstehen könnten, "dass jeder und jede von uns zum Bild Gottes geschaffen ist", und dadurch fähig würden, "geschwisterliche Liebe" füreinander zu empfinden.

Der Erzbischof von Canterbury, Dr. Rowan Williams, bezeichnete das Forum in seinem schriftlichen Grußwort als eine "bedeutende und zeitgerechte Initiative": "Der Ruf zur Einheit und zum gemeinsamen Zeugnis macht die Entwicklung neuer Gesprächsformen notwendig, gleichzeitig müssen wir auf der Gemeinschaft aufbauen, die wir bereits haben."

Ziel des Globalen Christlichen Forums ist es, einen neuen und offenen Raum zu schaffen, wo sich Vertreter und Vertreterinnen eines breiten Spektrums christlicher Kirchen und zwischenkirchlicher Organisationen in einem multilateralen Kontext versammeln können, um darüber zu diskutieren, wie Dialog und Zusammenarbeit zu Fragen der christlichen Einheit und des gemeinsamen Zeugnisses in der Welt am wirksamsten gefördert werden können. Das Forum will alle christlichen Strömungen in den Dialog einbeziehen, einschließlich derer, die bislang noch nicht im Gespräch miteinander stehen. In Limuru gehört etwa die Hälfte aller Teilnehmenden evangelikalen und pfingstkirchlichen Traditionen an.


Medienkontakt in Limuru: Juan Michel (+254) 7 3516 8676

Weitere Informationen zur Tagung des Globalen Christlichen Forums:
http://www.oikoumene.org/?id=4775&L=2

Website des Globalen Christlichen Forums [auf Englisch, Französisch und Spanisch]:
http://www.globalchristianforum.net

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Der Ökumenische Rat der Kirchen fördert die Einheit der Christen im Glauben, Zeugnis und Dienst für eine gerechte und friedliche Welt. 1948 als ökumenische Gemeinschaft von Kirchen gegründet, gehören dem ÖRK heute mehr als 349 protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen an, die zusammen über 560 Millionen Christen in mehr als 110 Ländern repräsentieren. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche. Der Generalsekretär des ÖRK ist Pfarrer Dr. Olav Fykse Tveit, von der (lutherischen) Kirche von Norwegen. Hauptsitz: Genf, Schweiz.