Ökumenischer Rat der Kirchen
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5. Mai 2009
Kirchen vieler Länder bereiten "weltweite Aktionswoche" für Frieden in Israel und Palästina vor
Die weltweite Aktionswoche für Frieden in Palästina und Israel, 4.-10. Juni 2009, soll Kirchen zu gemeinsamen Aktionen für einen gerechten Frieden anregen. Kirchen in 20 Ländern haben den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), der die Aktionswoche koordiniert, bereits über ihre Pläne informiert. Eine palästinensische Gemeindeorganisation bietet mit der Einladung, Friedensgebete nach Bethlehem zu schicken, vielen Weiteren die Möglichkeit zur Beteiligung.
"Wenn die Kinder von Schufa [Westjordanland] in der Nähe der Siedlung spielen, fühlen sich die israelischen Siedler in ihrer Sicherheit bedroht. Kinder sind festgehalten und stundenlang verhört worden", schreibt eine ökumenische Begleitperson im besetzten Westjordanland in einem
Blog auf der Website der Aktionswoche
.
"Bitten Sie alle, einen kleinen Stein mit in die Kirche oder Andachtsstätte zu bringen, um eine Steinpyramide zu errichten. Damit können wir jener Menschen gedenken, deren Häuser abgerissen wurden. Mit dem Stein, den wir niederlegen, können wir an die 'Lebendigen Steine' erinnern", lautet eine der zahlreichen Ideen der zwölf beteiligten Kirchen, kirchlichen Dienste und Werke in Großbritannien.
In Norwegen ist unter anderem eine Debatte zivilgesellschaftlicher Akteure mit Politikern über ethisches Kapitalanlage-Verhalten und die israelischen Siedlungen geplant, berichten sieben norwegische kirchliche Organisationen. Im Oktober sind dort Wahlen.
Ein Koordinator auf den Philippinen schreibt dem Ökumenischen Rat der Kirchen: "Flüchtlingskinder in Mindanao, die durch die zunehmenden bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und muslimischen Rebellen vertrieben worden sind, werden Gebete und Briefe nach Palästina senden."
"Wir haben beschlossen, eine Kette von Erzählveranstaltungen zu bilden, die am Strand beginnt und sich ins Landesinnere fortsetzt, jeden Tag an einem anderen Ort", berichtet einer der Planer der weltweiten Aktionswoche aus den Niederlanden. "Wir werden auch unsere Gemeinden zu solchen Veranstaltungen in ihren Dörfern und Städten anregen." Die Idee stammt von Gemeindeveranstaltungen in den Niederlanden während des Gaza-Krieges.
Einzelpersonen und Gemeinden in aller Welt sind eingeladen, Friedensgebete nach
Bethlehem
zu schicken, wo sie eine kirchennahe Gemeindeorganisation während der weltweiten Aktionswoche
online
verfügbar macht, damit sie auf der ganzen Welt gebetet werden können. Außerdem sollen sie vor Ort laut an der Trennmauer, in der Nähe von israelischen Siedlungen sowie in palästinensischen Gemeinden und Schulen, einschließlich im Gazastreifen, gelesen werden.
Die vom ÖRK koordinierte Aktionswoche findet zum vierten Mal statt. Mitgliedskirchen und kirchliche Organisationen sind eingeladen, sich mit Aktionen zur politischen Einflussnahme und Bewusstseinsbildung sowie Gebeten zu beteiligen und sich dabei von dem Motto der Woche, "Es ist Zeit für Palästina"
, inspirieren zu lassen. Ein Gebet der Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem ist zusammen mit der Einladung, sich der Aktionswoche anzuschließen, in über 120 Länder verschickt worden.
2008 meldeten Einzelpersonen, Gemeinden und Organisationen in 40 Ländern dem ÖRK, dass sie sich beteiligen würden. Bisher sind die Zahl der Teilnehmenden und der Umfang der Aktivitäten von Jahr zu Jahr gestiegen. Von Anfang an haben sich auch Mitglieder der katholischen Friedensbewegung Pax Christi auf internationaler wie auf nationaler Ebene beteiligt.
Für das Jahr 2009 sind die Teilnehmenden eingeladen, die israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten in den Mittelpunkt ihrer Aktionen zu stellen. Die ÖRK-Website enthält Links zu diesem Thema sowie eine Botschaft, Gebete und Liturgien für die Aktionswoche.
In Kanada wird eine kanadisch-palästinensische kirchliche Delegation im Mai Lobbyarbeit im Parlament leisten.
Zwei erneute Gewalttaten in Nordirlands jüngster Vergangenheit haben irische Mitgliedskirchen veranlasst, sich noch intensiver für ein Ende der gewaltsamen Besetzung Palästinas einzusetzen, berichtet Susan Hood, die Bibliothekarin in der Kirche von Irland ist und an der Aktionswoche teilnimmt.
Angeregt durch den Besuch irischer Kirchenverantwortlicher in Israel und Palästina in Verbindung mit der vorjährigen Aktionswoche leitete Hood dieses Jahr die Vorbereitung einer Liturgie, die Aussagen von jungen Menschen aus Palästina und Israel enthält. Die Liturgie wird voraussichtlich vom irischen Fernsehen übertragen und ist bereits an Kirchen in einem Dutzend Länder verschickt worden.
Die Teilnehmenden in Frankreich konzentrieren sich auf die Kandidatinnen und Kandidaten für die Europawahl am 7. Juni 2009. Ein Forum von Nichtregierungsorganisationen, an dem sich fünf katholische und fünf protestantische Organisationen beteiligen, wird sich für die Rechte der Palästinenser stark machen.
"Es wäre schön, wenn die Pfarrer und Pfarrerinnen die Botschaft
'Es ist Zeit für Palästina'
und/oder das
Gebet der Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem
in ihren Sonntagsgottesdienst aufnehmen würden", schreibt Gerhilde Merz, die die Aktionen der Gemeinden in Österreich koordiniert. Eine solche Initiative ist für viele Gemeinden noch etwas Neues, sagt sie.
Die Aktionswoche startet jedes Jahr am 4. Juni als Erinnerung an den letzten Tag – den 4. Juni 1967 –, an dem es international anerkannte Grenzen zwischen Israel und einem zukünftigen Palästina gab. Die weltweite Aktionswoche ist Teil des Ökumenischen Forums des ÖRK für Palästina und Israel. In früheren Jahren hieß sie Internationale kirchliche Aktionswoche für Frieden in Palästina und Israel (ICAPPI).
W
eltweite Aktionswoche für Frieden in Palästina und Israel
http://www.oikoumene.org/de/events-sections/aktionswoche-fuer-frieden.html
ÖRK-Mitgliedskirchen in Israel/Palästina
http://www.oikoumene.org/?id=4746&L=2
Besuch "Lebendiger Briefe" in Israel/Palästina
http://gewaltueberwinden.org/de/konvokation/lebendige-briefe/israel-und-palaestina.html
Weitere Informationen
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Der Ökumenische Rat der Kirchen fördert die Einheit der Christen im Glauben, Zeugnis und Dienst für eine gerechte und friedliche Welt. 1948 als ökumenische Gemeinschaft von Kirchen gegründet, gehören dem ÖRK heute mehr als 349 protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen an, die zusammen über 560 Millionen Christen in mehr als 110 Ländern repräsentieren. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche.
Der Generalsekretär des ÖRK ist Pfarrer Dr. Olav Fykse Tveit, von der (lutherischen) Kirche von Norwegen.
Hauptsitz: Genf, Schweiz.