„Die Kraft und die Verheißung des Friedens“ – so lautet das aktuelle Thema, unter dem die ÖRK-Dekade zur Überwindung von Gewalt dieses Jahr steht. Zum besonderen Schwerpunkt der Dekade sind im Jahr 2004 die USA bestimmt worden. Ziel des USA-Fokus ist es, die Kirchen und Bewegungen, die sich in den USA für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, zu stärken und zu unterstützen. Sie sollen zu wechselseitiger Rechenschaftspflicht ermutigt und dazu angeregt werden, ihr Verständnis von Fragen im Zusammenhang mit Macht, Militarismus und Gemeinwesenaufbau zu vertiefen. Das ganze Jahr hindurch werden Veranstaltungen durchgeführt, an denen sich alle ÖRK-Mitgliedskirchen im Land beteiligen. ÖRK-Nachrichten hat Pfrin. Dr. Bernice Powell Jackson von der Vereinigten Kirche Christi in den USA, die 2004 eine der Dekadesprecherinnen ist, um eine Stellungnahme zum USA-Fokus gebeten. „Die Kraft und die Verheißung des Friedens“ – so lautet das aktuelle Thema, unter dem die ÖRK-Dekade zur Überwindung von Gewalt dieses Jahr steht. Zum besonderen Schwerpunkt der Dekade sind im Jahr 2004 die USA bestimmt worden. Ziel des USA-Fokus ist es, die Kirchen und Bewegungen, die sich in den USA für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, zu stärken und zu unterstützen. Sie sollen zu wechselseitiger Rechenschaftspflicht ermutigt und dazu angeregt werden, ihr Verständnis von Fragen im Zusammenhang mit Macht, Militarismus und Gemeinwesenaufbau zu vertiefen. Das ganze Jahr hindurch werden Veranstaltungen durchgeführt, an denen sich alle ÖRK-Mitgliedskirchen im Land beteiligen. ÖRK-Nachrichten hat Pfrin. Dr. Bernice Powell Jackson von der Vereinigten Kirche Christi in den USA, die 2004 eine der Dekadesprecherinnen ist, um eine Stellungnahme zum USA-Fokus gebeten.
Schwerpunktthema der ÖRK-Dekade in 2004
Pläne für Weltmissions-konferenz 2005 nehmen Gestalt an
Neunte ÖRK-Vollversammlung in Porto Alegre wird „dynamisch und spirituell“ sein
Weltsozialforum 2004 in Mumbai: „Die Kirchen waren spürbar präsent!“
Iranischer Präsident sieht religiösen Dialog als Alternative zum Fundamentalismus
EHAIA: Afrikanische Kirchen stellen Einstellung und Verhalten gegenüber HIV/AIDS in Frage
Leute
Neue Stabsmitglieder
Todesanzeigen
Kurznachrichten
Erste ÖRK- „Advocacy-Woche“ in New York
Raisers letzter offizieller Besuch bei ÖRK-Mitgliedskirchen
ÖRK-Film erhält internationale Auszeichnung
Neugestaltung der ökumenischen Bewegung
Neue ÖRK-Veröffentlichungen
Neuer Online-Informations-dienst des ÖRK
Der Planungsausschuss für die ÖRK-Vollversammlung, der Anfang Februar 2004 im Kloster Bose in Norditalien zum ersten Mal als Plenum getagt hat, bestätigte die Pläne für die nächste ÖRK-Vollversammlung. Die Neunte ÖRK-Vollversammlung wird vom 12.-24. Februar 2006 unter dem Thema „In deiner Gnade, Gott, verwandle die Welt“ in Porto Alegre, Brasilien, zusammenkommen und in der zentral gelegenen Päpstlichen Katholischen Universität (Pontificia Universidade Catolica) tagen. Die Stadt war Veranstaltungsort der ersten drei Weltsozialforen. Pfr. Norman Shanks, der Vorsitzende des Planungsausschusses für die Vollversammlung, betonte: „Das Thema der Neunten Vollversammlung bringt zum Ausdruck, dass wir im Gebet auf Gott vertrauen können, und bestärkt uns in der Hoffnung, dass nach dem Heilsplan Gottes alle Menschen das Leben in Fülle haben werden. Wir arbeiten gegenwärtig daran, einen dynamischen und spirituellen Rahmen für die Vollversammlung zu schaffen, der es den Delegierten ermöglichen wird, sowohl ihre eigenen Erfahrungen und ihre Vision von einer verwandelten Welt einzubringen als auch die künftige Arbeit des ÖRK zu gestalten.“ Die ÖRK-Vollversammlung ist vom Nationalrat der christlichen Kirchen (CONIC) nach Brasilien eingeladen worden. Im nationalen Organisationskomitee arbeiten alle größeren Kirchen Brasiliens mit. An der Vollversammlung werden voraussichtlich über 3000 Menschen teilnehmen, darunter 700 Delegierte, offizielle Beobachter/innen anderer Kirchen sowie Berater/innen und Besucher/innen aus der ganzen Region. Im Laufe des Jahres 2004 wird eine neue Vollversammlungswebseite eingerichtet werden: www.wcc-assembly.info
Ein festlicher Eröffnungsgottesdienst, vollbesetzte Seminare und speziell angefertigte bunte T-Shirts waren einige der äußeren Zeichen, die sichtbar machten, dass die Ökumene auf dem vierten Weltsozialforum vom 16.-21. Januar in Mumbai, Indien, sehr präsent war. In Mumbai gab es mehr kirchliche Teilnehmer und Teilnehmerinnen als auf irgendeiner der drei vorhergehenden Tagungen des Weltsozialforums in Porto Alegre. Basisgruppen und –gemeinschaften, die zumeist vom indischen Subkontinent kamen, waren massiv vertreten und verliehen dem WSF 2004 zum ersten Mal eine volksnahe Atmosphäre. Die ökumenische Präsenz wurde vom ÖRK, dem Globalen Ökumenischen Aktionsbündnis, dem Lutherischen Weltbund, dem Nationalen Kirchenrat von Indien, der Asiatischen Christlichen Konferenz, dem Churches Auxiliary for Social Action, den CVJF von Indien und dem Weltbund der CVJF sowie dem Christian Institute for the Study of Religion koordiniert. Der ÖRK ermöglichte mehr als 50 Personen aus aller Welt die Teilnahme am WSF. Von den 24 gut besuchten ökumenischen Seminaren und Workshops, die in Mumbai stattfanden, waren einige als gemeinsame Projekte organisiert worden und bezogen z. T. interreligiöse Perspektiven ein. Es wurde eine Vielzahl von Themen behandelt, wie z.B. ökologische/unrechtmäßige Schulden und ökologisch ungleicher Tausch, Spiritualität des Lebens und der Menschenwürde, die Würde des Kindes. Was ist nun in Mumbai, wo schätzungsweise 80 000 Vertreter und Vertreterinnen von 2600 Organisationen aus 132 Ländern zusammengekommen sind, erreicht worden? Zwar ist den Menschen dort sicher bewusst geworden, welche Auswirkungen die neoliberale Wirtschaftspolitik auf ihr tägliches Leben hat. Als Plattform für die Entwicklung realistischer Alternativen hat Mumbai jedoch nur bedingt funktioniert. „Man kann nicht sagen, dass das WSF über die Kritik der neoliberalen Globalisierung hinausgegangen und alternative Konzepte angeboten hätte“, erklärte der ÖRK-Referent für wirtschaftliche Gerechtigkeit, Rogate Mshana. „In der ökumenischen Bewegung haben wir eine Vision von einer neuen Welt, in der die Spiritualität des Lebens und die Würde des Menschen als grundlegende Normen die Richtung vorgeben.“ „Die größte Herausforderung liegt darin, die verschiedenen auf dem WSF vorgeschlagenen Alternativen zu koordinieren und in einer globalen Agenda zusammenzuführen“, betonte Mshana. Diese Fragen werden auf der Tagung des Internationalen WSF-Rates erörtert werden, die vom 5.-7. April in Italien stattfinden soll. Als Mitglied einer thematischen Kommission wird der ÖRK an dieser Tagung teilnehmen. Die Teilnahme am Weltsozialforum ist Teil des Engagements des ÖRK für wirtschaftliche Gerechtigkeit. Seit Februar 2002 hat auch eine Reihe von Begegnungen zwischen dem ÖRK und der Weltbank sowie dem Internationalen Währungsfonds (IWF) stattgefunden, die dieses Jahr ihren Höhepunkt in einer abschließenden Tagung finden soll. Darüber hinaus hat der ÖRK die Beteiligung ökumenischer Organisationen an mehreren größeren UN-Konferenzen zu wirtschaftspolitischen Themen, einschließlich eines UN-Gipfels zur Entwicklungsfinanzierung im März 2002 in Mexiko und eines Weltgipfels zu nachhaltiger Entwicklung im August-September 2002 in Südafrika, koordiniert. Siehe ÖRK-Website: http://www.wcc-coe.org/wcc/what/jpc/wsf2004-e.html Foto : Dalits von der Nationalkonferenz der Dalit-Organisationen (NACDOR) zünden beim Weltsozialforum Kerzen an, die ein Banner beleuchten sollen, auf dem die Würde der Dalits eingefordert wird.
In seiner Ansprache anlässlich eines Besuchs im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf rief der iranische Präsident Sayyid Mohammad Khatami nachdrücklich dazu auf, den interreligiösen Dialog als Alternative zu religiösem Fundamentalismus und als Quelle für Frieden und Stabilität in der Welt zu verstehen. Präsident Khatami, der als religiöser Führer und Gelehrter das Wort ergriff, sprach am 11. Dezember 2003 vor einem Publikum, das sich aus leitenden religiösen Persönlichkeiten, Diplomaten, Wissenschaftlern, Journalisten und Stabsmitgliedern des ÖRK sowie anderer ökumenischer Organisationen in Genf zusammensetzte. Thema seines Vortrags war „Religiöser Dialog und internationale Beziehungen“. Der Premierminister von Norwegen, Kjell Magne Bondevik, und der damalige ÖRK-Generalsekretär, Pfr. Dr. Konrad Raiser, gingen in ihrer Antwortrede auf den Appell von Präsident Khatami ein. Raiser begrüßte die Bereitschaft des iranischen Präsidenten zu einer „offenen und vertrauensvollen Begegnung“ und verurteilte die Instrumentalisierung religiöser Gefühle durch politische Interessen. Der Besuch des iranischen Präsidenten fand vor dem Hintergrund des langjährigen Engagements des ÖRK für interreligiösen Dialog statt. Seit 1995 hat sich der ÖRK verstärkt um Kontakte und Gespräche mit islamischen Führungspersönlichkeiten und Intellektuellen aus dem Iran bemüht. Zu diesem Zwecke sind christlich-muslimische Seminare abwechselnd in Teheran und Genf organisiert worden. Informationen zu diesem Besuch finden Sie auf unserer Webseite: http://www.wcc-coe.org/wcc/what/interreligious/khatami-anchor.html Foto : Präsident Khatami äußert sich bei einer öffentlichen Ansprache im Ökumenischen Zentrum zum religiösen Dialog und zu internationalen Beziehungen.
„Für die Kirchen besteht der wichtigste Beitrag zur Bekämpfung der Übertragung von HIV im Abbau von Stigmata und Diskriminierung: auf diese Weise wird sich für alle, die von einem möglichen lebbaren Leben mit HIV/AIDS träumen, eine Tür öffnen und kann die Ausbreitung des Virus verhindert werden.“ Das ist die Vision der Ökumenischen HIV/AIDS-Initiative, die 2002 als gemeinsames Projekt von Kirchen in Afrika, Kirchen und kirchlichen Hilfswerken im Norden und vom ÖRK gestartet wurde. Mit Hilfe eines Projektleiters am Hauptsitz des ÖRK in Genf, vier regionaler Koordinatoren und Koordinatorinnen und einer theologischen Beraterin ermöglicht EHAIA den Kirchen in Afrika den Zugang zu Informationen, Ausbildung, Netzwerken und Geldmitteln, die sie benötigen, um ihren Gemeinschaften beim Umgang mit HIV/AIDS zu helfen, „AIDS-kompetente Kirchen“ zu werden, d.h. Kirchen, deren Lehre und Aktivitäten der Diskriminierung von Menschen, die mit HIV/AIDS leben, eine klare Absage erteilen; die das Ausmaß der HIV/AIDS-Pandemie voll und ganz erkennen; die sich für HIV/AIDS-Prävention engagieren und dabei seelsorgerliche, kulturelle und geschlechterspezifische Themen berücksichtigen; die den Betroffenen Betreuung, Beratung und Unterstützung anbieten. Hunderte von Geistlichen und Laien/innen haben in den letzten Monaten an den Ausbildungsworkshops und anderen Initiativen der EHAIA teilgenommen. Auf der Jahresversammlung der Gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz, die im November in Kamerun stattfand, wurde der HIV/AIDS-Problematik ein ganzer Tag gewidmet. In einem besonderen Morgengottesdienst und Bibelarbeitsgruppen sprachen zumeist HIV/AIDS-Infizierte aus allen Teilen Afrikas, die als Referenzpersonen eingeladen worden waren, ganz offen über ihre Situation. Für den Nachmittag hatte EHAIA Gruppensitzungen und eine Plenarveranstaltung zu dem Thema organisiert; der Tag endete mit einer Lichterprozession durch Yaoundé und der Verkündung eines HIV/AIDS-Bundesschlusses, der die Kirchen in ganz neuer Weise zur Bekämpfung der Pandemie verpflichtet. Neben dem Arbeitsschwerpunkt Afrika leistet der ÖRK auch in anderen Regionen bewusstseinsbildende Arbeit, um Gemeinschaften über HIV/AIDS aufzuklären. So veranstaltete er im Dezember 2003 z.B. eine ökumenische HIV/AIDS-Konsultation in St. Petersburg, die an der Entwicklung einer gemeinsamen Strategie arbeitete, um wirksam gegen die Ausbreitung der Epidemie in Mittel- und Osteuropa vorgehen zu können. Die Teilnehmenden brachten klar zum Ausdruck, dass die Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen, die mit HIV/AIDS leben, Sünde ist. Siehe EHAIA-Webseite: http://www.wcc-coe.org/wcc/what/mission/ehaia-g.html und Bericht über die Konsultation in St. Petersburg: http://www2.wcc-coe.org/pressreleasesen.nsf/index/pu-03-52.html
Ehrungen
• Zur Ehrung des Lebenswerks der Laienführerin und engagierten Ökumenikerin Dr. Kathleen Bliss (1908-1989) und ihres Mannes Pfr. Rupert Bliss wurde am 6. Dezember 2003 in Semley in der Nähe von Salisbury, Großbritannien, eine Gedenktafel enthüllt. Der ÖRK war auf der Gedächtnisfeier durch seine frühere Stellvertretende Vorsitzende, Dr. Pauline Webb, vertreten. Der scheidende Generalsekretär des ÖRK, Dr. Konrad Raiser, würdigte den Beitrag, den Dr. Bliss zur ersten Vollversammlung des ÖRK im Jahre 1948 geleistet hatte: „Die Worte ‚Wir wollen beieinander bleiben’ in der Vollversammlungsbotschaft (die Dr. Bliss zugesprochen werden) haben die Kirchen stets daran erinnert, in welchem Geist sie 1948 zusammengekommen und bis heute zusammengeblieben sind.“ • Sieben Mitglieder der orthodoxen Kirche Polens wurden am 17. November 2003 auf einer Feier im Warschauer Präsidentenpalast für ihr ökumenisches und soziales Engagement mit dem Goldenen Verdienstkreuz ihres Landes ausgezeichnet. Zu den Empfängern dieser Auszeichnung gehörte auch Miroslaw Matrenczyk, Programmreferent im Osteuropabüro des ÖRK mit Sitz in Bialystok. Das Büro wurde 1994 zur Koordinierung der ökumenischen Programme und Hilfsprojekte in Russland, Weißrussland, Ukraine und den zentralasiatischen Republiken eingerichtet. Neue Stabsmitglieder
• Denyse Léger aus Kanada trat im Mai 2003 ihre Stelle als Koordinatorin der ÖRK-Bibliothek und Archive an. Denyse Léger ist römisch-katholisch und verfügt über umfassende Erfahrungen als Bibliothekarin und Projektleiterin. Sie verbrachte zehn Jahre in Afrika und arbeitete für die Vereinten Nationen, die US-Behörde für Internationale Entwicklung, die Kanadische Behörde für Internationale Entwicklung, die Universität Montreal und private Beratungsfirmen. • Lina Moukheiber aus dem Libanon nahm am 1. Januar 2004 ihre Arbeit als Referentin im (nach Beirut verlegten) ÖRK-Büro für den Nahen und Mittleren Osten auf. Lina Mukheiber ist Mitglied des Griechisch-Orthodoxen Patriarchats von Antiochien und hat zuvor als Leiterin der Entwicklungsabteilung im Universitätskrankenhaus Sankt Georg im Libanon gearbeitet. In ihrem früheren Berufsleben hatte sie u. a. zehn Jahre lang als regionale Gesundheitskoordinatorin des Rates der Kirchen im Mittleren Osten (MECC) gearbeitet. Todesanzeigen
• Am 25. Januar 2004 starb Pfr. Canon Dr. John Aves, Ehrenkanonikus der Kathedrale von Norwich, Großbritannien, im Alter von 52 Jahren an einem Herzinfarkt. Zum Zeitpunkt seines Todes hielt sich Aves als ökumenischer Begleiter im Rahmen des ÖRK-Begleitprogramms (EAPPI) ) in Bethlehem auf. In seiner Arbeit mit israelischen Friedensgruppen und im Flüchtlingslager Deheisha engagierte John Aves sich für gewaltfreies Handeln. In seinen Erfahrungsberichten als ökumenischer Begleiter kamen das Mitgefühl und tiefe Verständnis zum Ausdruck, das er sowohl der politischen Lage als auch den Menschen, die er persönlich kennen lernte, entgegenbrachte. Alison Elliot, Mitglied der Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten (ÖRK-CCIA) aus Schottland, vertrat den Rat auf der Beerdigung, die am 6. Februar in Norwich stattfand. • Die frühere Generalsekretärin des Finnischen Ökumenischen Rates, Dr. Inga-Brita Castrén, starb am 31. Dezember 2003 im Alter von 84 Jahren. Castrén arbeitete in den 1960er Jahren für den Christlichen Studentenweltbund und die CVJF und kam 1969 in den ÖRK als Referentin für „Zurüstung für die Mission“. 1973 kehrte sie nach Finnland zurück. • Der schwedische Kirchenführer und engagierte Ökumeniker, Dean Olle Engström, starb am 26. Dezember 2003 im Alter von 83 Jahren. Engström war sowohl Mitglied des ÖRK-Zentralauschusses als auch des Exekutivausschusses. Er trug zur Gründung des Christenrates von Schweden bei und war von 1962-1985 Rektor der Theologischen Hochschule des Schwedischen Missionsverbands. • Pfr. Jan Milic Lochmann, Pastor der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (Tschechische Republik) und renommierter Professor für Religionswissenschaft und systematische Theologie, starb am 21. Januar 2004 im Alter von 81 Jahren. Von 1968 bis 1975 war Lochman Mitglied des ÖRK-Zentralausschusses und –Exekutivausschusses, von 1975-1991 der ÖRK-Kommission für Glauben und Kirchenverfassung; von 1970-1982 war er Vorsitzender der Theologischen Abteilung des Reformierten Weltbundes. • Dr. Theo Tschuy, methodistischer Pfarrer aus Zürich, starb am 8. Dezember 2003 im Alter von 78 Jahren. Nach seiner Arbeit als Referent im Lateinamerika-Büro des ÖRK von 1961-1971, wurde er zum Beigeordneten Generalsekretär von SODEPAX ernannt, dem gemeinsamen Ausschuss des ÖRK und der römisch-katholischen Kirche für Gesellschaft, Entwicklung und Frieden. Nach der Einstellung von SODEPAX im Jahr 1980 bis zu seiner Pensionierung war Dr. Tschuy zuständig für das Menschenrechtsprogramm der Kirchen zur Verwirklichung der Schlussakte von Helsinki bei der Konferenz Europäischer Kirchen.
Der Nahe Osten, in dem die Christen heute eine kleine, aber alte Minderheit darstellen, ist die Heimat von zwölf ÖRK-Mitgliedskirchen sowie weiterer Kirchen, die zwar nicht direkt zum ÖRK gehören, aber Beziehungen zu der einen oder anderen Mitgliedskirche in der Region pflegen. Wenn sich die Zahl der Christen dort in den vergangenen Jahren auch drastisch verringert hat, so bleiben diese Gemeinden doch in der gesamten Region, von Ägypten bis Irak, ein lebendiger und sichtbarer Teil der Gesellschaft. Die Arbeit des ÖRK im Nahen Osten ist vielschichtig. Ein Aspekt ist die Advocacy-Arbeit: Der ÖRK hat sich seit der Gründung Israels immer wieder zum israelisch-palästinensischen Konflikt und zum Status von Jerusalem geäußert. All die Jahre hat er sich wiederholt für eine gerechte Lösung der Konflikte eingesetzt, welche die Geschichte und die Rechte aller Gemeinschaften respektiert, und ist bei der UNO sowie bei Regierungen und anderen maßgeblichen Instanzen vorstellig geworden. Das Ökumenische Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI) ist ein signifikantes Beispiel dafür, wie der ÖRK seine Arbeit auf lokaler und globaler Ebene miteinander verbindet. Das 2002 gestartete EAPPI-Programm begleitet Palästinenser und Israelis, die sich mit gewaltfreien Aktionen und konzertierten Fürsprachebemühungen für eine Beendigung der rechtswidrigen Besetzung des Westjordanlands einsetzen. Mit Unterstützung eines Netzwerks von ÖRK-Mitgliedskirchen und ökumenischen Partnern stehen freiwillige Begleitpersonen bereit, um die Einhaltung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts zu überwachen und über Verstöße zu berichten, Schutz durch ihre gewaltlose Präsenz zu bieten, sich öffentlich für Veränderungen zu engagieren und solidarisch an der Seite der Kirchen und all derer zu stehen, die sich gegen die Besetzung auflehnen. Der ÖRK unterhält enge Beziehungen zu den Mitgliedskirchen in der Region. Im Anschluss an eingehende Beratungen wurde Anfang 2004 ein neues Büro in Beirut eröffnet, das für eine konkrete ökumenische Präsenz in der Region sorgen soll. U.a. wird erwartet, dass damit die Bedürfnisse vor Ort besser ermittelt werden können, der Informationsfluss aus dem Nahen Osten nach Genf verbessert wird und ein aktiveres Engagement im Leben der Ortsgemeinden verwirklicht werden kann. In Zusammenarbeit mit den Kirchen vor Ort und dem Rat der Kirchen im Mittleren Osten plant der ÖRK die Eröffnung eines Ökumenischen Zentrums in Jerusalem. Ein vierter Aspekt der ÖRK-Präsenz im Nahen Osten ist das Engagement in humanitärer Unterstützung und Nothilfe. ACT International („Kirchen helfen gemeinsam“) – ein globales Aktionsbündnis von 195 protestantischen und orthodoxen Kirchen sowie kirchennahen Hilfswerken, das vom ÖRK und dem Lutherischen Weltbund (LWB) ins Leben gerufen wurde – arbeitet über lokale Kirchen und Partner und sorgt für humanitäre Unterstützung, Betreuung von kranken Menschen sowie berufsausbildende Programme und hilft beim Wiederaufbau einer funktionsfähigen Zivilgesellschaft. ACT arbeitet zurzeit in Irak, Iran und in Israel-Palästina. Siehe EAPPI-Webseite: http://www.eappi.org/ ACT International Wesite: http://act-intl.org/ ÖRK-Webseite Internationale Angelegenheiten: http://www.wcc-coe.org/wcc/what/international/index-g.html Foto : Wiederaufbau der griechisch-orthodoxe Kirche am Jakobsbrunnen in der palästinensischen Stadt Nablus.
Christen in aller Welt beten für Einheit und Frieden
Auf der ganzen Welt haben Kirchen vom 18. – 25. Januar die Gebetswoche für die Einheit der Christen gefeiert. Ausgehend von dem Thema „Meinen Frieden gebe ich euch“ (Joh 14, 27), basierte das Material für die diesjährige Gebetswoche auf Vorschlägen von den Kirchen in Aleppo, Syrien. Die Gebetswoche wird gemeinsam vom ÖRK und vom Vatikanischen Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen organisiert. Das Material für 2005 ist von Kirchen in der Slowakei vorbereitet worden. http://www.wcc-coe.org/wcc/what/Faith/whop-index.html Erste ÖRK- „Advocacy-Woche“ in New York
Hunderte von Vertretern und Vertreterinnen aus Kirchen und NROs kamen vom 10. – 14. November 2003 zu einer vom ÖRK veranstalteten „Woche für internationale Angelegenheiten und Advocacy“ in New York zusammen, um u.a. über die Situation der Menschenrechte zehn Jahre nach der Erklärung von Wien, die Friedensprozesse in Israel/Palästina und im Sudan sowie über Grundsätze für eine internationale Intervention in Situationen zu diskutieren, wo Gewalt oder Genozid die menschlichen Grundrechte bedrohen. Die Woche soll in Zukunft alljährlich stattfinden. http://www.wcc-coe.org/wcc/press_corner/advocacyweek-prog.html Raisers letzter offizieller Besuch bei ÖRK-Mitgliedskirchen
Anlässlich des offiziellen Besuchs des ehemaligen ÖRK-Generalsekretärs Pfr. Dr. Konrad Raiser beim Ökumenischen Patriarchat in Istanbul, Türkei, vom 29. November bis 3. Dezember 2003 bekräftigte der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. sein Engagement für den ökumenischen Dialog und die Arbeit des ÖRK. Es war Raisers letzter offizieller Besuch bei einer ÖRK-Mitgliedskirche. Zuvor hatte er vom 7. – 10. Oktober Angola besucht. Dieser Besuch stand unter dem Motto „Heilung für das Land“. Während seines Aufenthalts besuchte Raiser ein Übergangslager für Vertriebene, nahm an einem Seminar und an einem Jugendtreffen teil und führte Gespräche mit kirchlichen Verantwortlichen sowie mit Staatspräsident Eduardo dos Santos. ÖRK-Film erhält internationale Auszeichnung
„Roots of Violence“ (Die Wurzeln der Gewalt), ein vom Ökumenischen Rat der Kirchen für das dänische Fernsehen produzierter Film über Sierra Leone, gewann den Preis für den besten Film in der Kategorie interreligiöser Dialog beim Internationalen Festival für Kino und Religion 2003 in Trento, Italien. Der Film unter der Regie von Anders Laugesen und der Herstellungsleitung von Peter Williams (ÖRK) zeigt Muslime und Christen, die über ihre Erfahrungen mit der Gewalt sprechen und berichten, wie sie während des Bürgerkriegs in ihrem Land Gott wahrgenommen haben. http://www.wcc-coe.org/wcc/news/videos/roots-of-violence.html Weitere Informationen unter: http://www.wcc-coe.org Neugestaltung der ökumenischen Bewegung
Vom 17. – 20. November 2003 fand in Antelias, Libanon, eine Konsultation von 36 Kirchenleitern/innen, Jugendvertretern/innen, Ökumenikern/innen, Theologen/innen und Soziologen/innen aus verschiedenen Mitgliederkreisen, Traditionen und Regionen statt. Sie forderten eine breitere Beteiligung und intensivere Diskussion über eine Neugestaltung der ökumenischen Bewegung. Ein Bericht der Konsultation sowie weitere Dokumente zum Thema finden Sie unter: http://www.wcc-coe.org/wcc/press_corner/newconfig-docs.html
Pfr. Dr. Konrad Raiser erhielt am 18. November 2003 aus den Händen des Vorsitzenden des ÖRK-Zentralausschusses Aram I., Katholikos der Armenischen Apostolischen Kirche (Kilikien), den Orden St. Mesrob Mashdotz. Aram I. würdigte den ehemaligen ÖRK-Generalsekretär als einen Mann, der „Qualität, Vision und Engagement“ in sich vereint und dessen Wertvorstellungen „das ökumenische Zeugnis des ÖRK bereichert haben“. Die Zeremonie fand am Amtssitz des armenischen Katholikos in Antelias, Libanon, statt.
Coming To Consensus:A Case Study for the Churches
Jill Tabart berichtet, welche Erfahrungen die Unionskirche in Australien (UCA) bei der Einführung des Konsens-verfahrens zur Entscheidungs-findung gemacht hat. Der Prozess von der Idee bis zur Einführung des bestehenden Modells hat mehrere Jahre in Anspruch genommen, wobei eine konstante Auswertung zu kontinuier-licher Verbesserung geführt hat. Das Buch eignet sich als Orientierung für Kirchenräte auf allen Ebenen. Die Autorin war maßgeblich an der Konzeption des Konsensverfahrens in der UCA beteiligt und war zur Zeit der Einführung Präsidentin der Nationalversammlung ihrer Kirche. 86pp., Risk Book Series, CHF14.00, USD10.95, GBP5.95, EUR8.95 How Just Is the Market Economy?
Im Mittelpunkt dieser Studie zur ökonomischen Ethik steht der “Weltmarkt” als Ideologie, formelle Theorie und praktisches Konzept. Der Autor analysiert die Tendenz der Wirtschaft-swissenschaftler, Markttheorien als Dogma zu entwerfen und durchzusetzen. Diesen Konzepten werden Gerechtigkeitsprinzipien aus der Bibel und der Sozialtheorie von Calvin gegenübergestellt. Die Schlussfolgerung des Verfassers lautet, dass Marktmechanismen durch zusätzliche Instrumente ergänzt werden müssen, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Menschheit gerecht und angemessen befriedigt werden. 86pp., Risk Book Series, CHF18.00, USD13.95, GBP7.95, EUR11.50 Musa W. Dube, ed. HIV/AIDS and the Curriculum: Methods of Integrating HIV/AIDS in Theological Programmes
Aufsätze von jungen afrikanischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen über christliche Ausbildungsmodelle, die die Kirchen auf den Dienst in Krisenzeiten vorbereiten. Theologische Ausbildungsstätten werden dringend aufgefordert, die Problematik der HIV/AIDS-Pandemie in ihre reguläre Pfarrerausbildung zu integrieren und in Fortbildungskurse, Intensivkurse für Laien sowie Seminare für Gemeindemitarbeiter/innen aufzunehmen. Das Buch enthält auch Leitlinien für Seminardiskussionen sowie einen detaillierten Lehrplan für theologische Ausbildungsstätten in Afrika. Beides kann ohne Weiteres auf die Bedürfnisse anderer Regionen zugeschnitten werden. Musa W. Dube, ehemalige theologische HIV/AIDS-Beraterin des ÖRK für Afrika, unterrichtet jetzt Neues Testament am Scripps College, Los Angeles, USA. 188pp., Risk Book Series, CHF25.00, USD17.50, GBP11.30, EUR16.20 Jim Forest The Resurrection of the Church in Albania
Die Kirche in Albanien hat in den vergangenen zehn Jahren seit dem Ende des Kommunismus in Osteuropa dramatische Veränderungen durchgemacht. Albanien war der erste Staat in der Welt, der sich offiziell als atheistisch erklärte. Ab 1967 wurden alle religiösen Ausdrucksformen untersagt. Die orthodoxe Kirche, älteste und größte christliche Gemeinschaft in Albanien, hat sich seit dem Ende des Kommunismus von einer unterdrückten Kirche zu einer lebendigen, schnell wachsenden und inspirierenden Kraft der Erneuerung und Versöhnung im Land entwickelt. Die in diesem Buch wiedergegebenen persönlichen Erlebnisberichte zeichnen eindrucksvoll den geschichtlichen Hintergrund und veranschaulichen das aktuelle Zeugnis der Kirchen. 128pp. illustrated, CHF26.00, USD15.95, GBP10.95, EUR17.00 VIDEO: Breaking Barriers
VIDEO: Breaking Barriers Was geschieht, wenn Christen aus aller Welt Gottesdienst und christliche Realität im Nahen Osten miterleben? Adela Peeva, unabhängige orthodoxe Videoproduzentin aus Bulgarien, dokumentiert die Erfahrungen von Personen, die an dem von OIKOSNET und ÖRK veranstalteten „Kurs für Laienausbilder/innen“ in Ägypten, Libanon und Zypern teilgenommen haben. Gottesdienst mit koptischen Orthodoxen, Dialog zwischen Christen und Muslimen, soziale Probleme – in diesem einfühlsamen Film wird gezeigt, wie sich unsere Sicht der Welt und unser Verständnis öffnen, wenn sich Menschen von Angesicht zu Angesicht begegnen. Englisch VHS/PAL - VHS/NTSC, Länge 25 minuten; CHF29.50, USD19.50, EUR19.70 zuzüglish Porto Informationen und Bestellung: publications@wcc-coe.org, und http://www.wcc-coe.org/wcc/news/pubs Folgende Kreditkarten: Visa/Mastercard Versandadresse, Telefon und Faxnummern siehe links
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Herausgegeben vom: ÖRK-Team für Information und Öffentlichkeitsarbeit Verantwortlicher Redakteur: Alexander Belopopsky Weitere Informationen erhalten Sie über: ÖRK-Nachrichten ÖRK-Team für Information Ökumenischer Rat der Kirchen 150 Route de Ferney Postfach 2100 1211 Genf 2 - Schweitz Telefon: (41-22) 791 6111 Fax: (41-22) 791 0361 E-Mail für Anfragen: wccnews@wcc-coe.org Fax ÖRK-Kommunikation: (41 22) 798 1346 Internet: http://www.wcc-coe.org ©WCC Originaltext: Englisch Die ÖRK-Nachrichten erscheinen zweimal jährlich auf Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch Mehr Informationen über einen Großteil dieser Nachrichten finden Sie über die Links von “ÖRK-Nachrichten” im Internet: http://www.wcc-coe.org/wccnews